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Wochenend-Trip zur Katzenausstellung in Mailand |
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„Habt Ihr Lust, mit nach Mailand zu fahren zur Katzenausstellung?“ „Ja, klar, super.“ Spontane Reaktion, war das eine Aufregung, haben wir wirklich ja gesagt? Als das Geld für die Busreise bezahlt war, führte kein Weg mehr vorbei an einer sehr interessanten Reise, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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Wolfgang Arendt hatte wieder einmal alles perfekt organisiert, ein Spezialist auf dem Gebiet. Wir waren das erste Mal dabei, einige andere Teilnehmer kannten solche Ausflüge bereits. Wolfgang hat mit Italien alles telefonisch abgeklärt: uns zur Ausstellung angemeldet und die Übernachtung organisiert. Mit uns wurde besprochen: Wer nimmt wie viele Katzen mit; wer bringt was zu Essen für eine kurze Pause an einem Rastplatz mit? Und dann hat er noch zwei Busfahrer mit klinatisiertem Bus engagiert.
Der Tag der Abfahrt nach Mailand rückte näher. Die Aufregung lag nicht bei uns allein. Peter Lomba und Peter Filz, Perserzüchter seit 20 Jahren, konnten es auch nicht glauben, dass sie ja gesagt hatten zu diesem Abenteuer. Der Bus fuhr mit seinen ersten Gästen gegen 19.00 Uhr in Hannover los. Es war das Herbstferien-Wochende, und jeder wollte in den Süden fahren. Wir verfolgten zu Hause die Staumeldungen im Radio. Es war unsere Strecke, die immer wieder mit langen Staus zu hören war. Mit jeder Stunde, die verstrich, wurden die Staus kürzer. Wir hatten großes Glück, dass sich gegen 21.00 Uhr alle Staus aufgelöst hatten.
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Peter Lomba, Peter Filz und wir sollten auf der Autobahnraststätte Siegburg dem Bus zusteigen. Wolfgang Arendt rief uns an, als der Bus in Höhe Leverkusen war. Das war unser Startschuss. Wir riefen die zwei Peters an, die auch schon in den Startlöchern saßen. Katzen, Koffer, Verpflegung, alles im Auto verstaut, auf zur Katzenausstellung nach Mailand, Abends um 21.40 Uhr.
Der Bus war bereits da, als wir ankamen. Freudige Begrüßung, Umräumen der Katzen und Koffer in den Bus, Gläschen Sekt. Die zwei Peters hatten eine Flasche Sekt mitgebracht, und man begann, vor dem Bus miteinander zu plaudern. Es wurde ein Tisch aufgebaut, der alsbald reich gedeckt war mit Salaten, Frikadellen und Broten, Die eingeplante Rast fand gleich hier statt.
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Weiterfahrt um 22.50 Uhr, es wurde reichlich erzählt und viel gelacht über Katzenzüchter-Anekdötchen. Man kannte sich noch nicht oder nur vom Sehen, es war eine angenehme Atmosphäre. Kaum war der Bus wieder auf der Bahn, bekam jeder Gast von Wolfgang ein Schnapsgläschen an einem Band um den Hals gehängt. Es war Zeit für einen „Orgasmus“, ein Getränk gemischt aus Sambuca und Baileys. Wolfgang und Gertrud gingen die Sitzreihen ab und schenkten jeweils halb Sambuca und gaaanz langsam halb Baileys dazu ein, der oben drauf schwimmen sollte. Beim ersten Einschenken sah man schon, dass das nicht funktionierte mit dem Volumen des Schnapsgläschens. Prompt gab es normale Trinkbecker, wo der „Orgasmus“ dann auch bequem hinein passte.
Die Katzen waren im hinteren Teil des Busses untergebracht, wo sie mit den Gesichtern zum Gang auf den Sitzen in den Transportboxen lagen. Die besitzer brauchten nur ab und zu nachzusehen, ob eine Mieze aufs Katzenklo musste. Ansonsten hörte man nichts von den Tieren, die die ganze Fahrt über schliefen. Was sollten sie auch sonst tun, der Bus war üblicherweise abgedunkelt und angenehm temperiert. Nur die zwei Peters mussten häufiger ihren Sitz verlassen, sie hatten Perserbabys dabei, die nunmal öfter aufs Klo müssen. Für die Menschen gab es im Bus natürlich auch die Gelegenheit. Ein bisschen Luxus muss sein.
Natürlich kann man im Bus nicht sonderlich schlafen. Zudem war der Gesprächsstoff noch lange nicht erschöpft. Gegen 4.00 Uhr Morgens erreichten wir die Grenze nach Italien. Bald ging die Sonne auf. Ein wenig geschlummert, wieder aufgewacht, kurzer Halt für eine Zigarettenpause, irgendwie schon anstrengend.
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Es war ca. 8.30 Uhr, als wir die Ausstellungshalle erreichten. Jetzt kam die Aufregung wieder hoch. Die Müdigkeit war weg. Alles raus aus dem Bus, Miezen geschnappt und einchecken in der Halle. Italienisch können wir nicht, Englisch konnten die anderen kaum. Aber irgendwie ging doch alles reibungslos, Wolfgang konnte vermitteln. Wir saßen alle im selben Block, der großzügig bemessen war und in dessen Mitte Tische zur Verfügung standen.
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Ein Tisch wurde sofort von uns eingenommen. Die mitgebrachten Salate und Brote wurden aufgetischt, und es gab Marmelade, Wurst und Käse zum Frühstück.
Die Ausstellungshalle war riesig, ein ehemaliger Flugzeughangar. An der breiten Bühne war in der Mitte ein Laufsteg, der ins Publikum hinein führte: Cats on the Catwalk. Sehr viele Katzen, sehr viele Richter, angenehme Atmosphäre. Müdigkeit machte sich breit gegen 14.00 Uhr. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, wo man sich sagte: „Nie wieder!“ Doch dann der nächste Adrenalinschub gegen 16.00 Uhr. Alle Nominierungen zur Best in Show wurden auf einem großen Blatt Papier an die Wand gehängt. Prima! Wir waren auch dabei: Wolfgang Arendt mit seinem Perser-Mädchen, die beiden Peters mit beiden Perserwürfen aus ihrer Zuchtgemeinschaft und wir mit zwei Jungkatzen, Fletcher und Esmeralda.
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War das spannend, man stellte sich vor der Bühne auf, lautes hektisches Geplapper schallte aus den Lautsprechern, die vor der Bühne aufgebaut waren. Man wurde vom Steward mit Zurufen seiner italienischen Zahl hinauf geschickt. Den Klang dieser Zahl musste man sich merken, um nachher zu erkennen, ob man gewonnen hatte und bleiben durfte. Auf der Bühne saßen die Richter, an denen man langsam vorbei ging und die Katze jedem präsentierte. Zuerst gewannen die zwei Peters mit ihrem Perserwurf. Undici (11) schallte es aus den Lautsprechern, und sie wussten, dass sie gewonnen hatten mit ihrem Wurf, der ihren eigenen anderen Wurf ausgestochen hatte. Dann gewann Wolfgang mit seiner Ciara und zum Schluss gewannen auch wir mit unserer Esmeralda in der Klasse 6 – 10 Monate weiblich den Pokal für Best in Show. Alles wurde von uns mit der Video-Kamera festgehalten. Schließlich war die ganze Fahrt ja etwas Besonderes.
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Die Ausstellung endete um 19.30 Uhr, und wir waren alle ziemlich fertig. Rein in den Bus, der uns ins Hotel bringen sollte. Ca. 1 Stunde Fahrt hieß es, das Hotel war 60 km weit entfernt. In der Stadt hatte Wolfgang kein Hotel mehr bekommen, Ärztekongress. Die Wege durch Mailand scheinen unergründlich zu sein. Der Busfahrer verfuhr sich. Wir waren alle sehr müde, hungrig und ausgepowert. Es zehrte an den Nerven. Endlich angekommen, konnten wir bestaunen, dass die 60 km Fahrt sich gelohnt hatte. Das Hotel war sehr komfortabel, super Ambiente, saubere elegante Zimmer, lange edle Gardinen bis zum Boden. Wir mussten sie hochbinden, sonst hätten wir sie am nächsten Morgen bezahlen müssen - wegen der Spielfreude unserer Miezen. Die Badezimmertür blieb offen für den Gang unserer Lieblinge zum Katzenklo und zum Fressnapf. Kurz frisch gemacht, schnell runter ins Restaurant, Essen bestellen, Bier trinken, dann ab ins Bett, nur noch schlafen. Man unterhielt sich noch sehr nett beim Abendessen, wir haben Freundschaften geschlossen. Unser Schlaf war sehr tief und fest. Am nächsten Morgen gegen 6.00 Uhr wieder aufgestanden, fühlten wir uns wie neu geboren und waren einer Meinung, dass wir so eine Fahrt doch immer wieder machen würden. So viele Eindrücke, so viel Harmonie zwischen Menschen, die sich vorher nicht kannten. Es war einfach nur schön. Schlaf kann man nachholen.
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Der zweite Ausstellungstag verlief wie der erste. Allerdings gab es zu unserer Überraschung gegen Mittag einen Pokal, gestiftet vom italienischen Verein an Wolfgang Arendt für sein Engagement, deutsche Aussteller nach Mailand zu bringen. Wir waren alle stolz auf ihn. Nachmittags gab es noch einmal ein bisschen Aufregung, weil alle wieder nominiert waren. Wolfgangs Perser-Kater El Tabatayo hat zum Schluss noch den Pokal für Best of Best geholt, perfekt.
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Als die Ausstellung gegen 18.00 Uhr zu Ende ging, waren wir dann doch froh, dass es wieder nach Hause ging. Die Katzen waren alle sehr tapfer und friedlich. Die Reisestrapazen schienen an ihnen vorbei gegangen zu sein. Alle waren zufrieden. Keine Katze jammerte, keine war gestresst. Das war die Hauptsache. Wir fuhren gedankenvertieft wieder zurück nach Deutschland. Es wurde langsam leiser im Bus. Noch ein paar Witzchen hier, Adressenaustausch da, zufrieden ging es heim.
Wir werden diese Reise nie vergessen und erzählen immer wieder gerne davon. Herzlichen Dank unserem lieben Fragen-Steller Wolfgang Arendt: Habt Ihr Lust auf Mailand? Ohne ihn hätten wir so etwas GENIALES, AUFREGENDES und WUNDERBARES wohl verpasst.
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